Über den BMBF-Förderschwerpunkt

Über den BMBF-Förderschwerpunkt

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt Projekte aus der Wissenschafts- und Hochschulforschung im Rahmen eines gesondert dafür eingerichteten Förderschwerpunkts.

Das Forschungsfeld befasst sich mit einem gesellschaftlichen Teilbereich, dessen wirtschaftliche und gesamtgesellschaftliche Bedeutung im Verlauf der letzten Jahrzehnte kontinuierlich gewachsen ist: Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Hochschulen leisten wesentliche Beiträge zu technischen Innovationen und zum Wirtschaftswachstum, zur Integration nachhaltiger Konzepte und Instrumente sowie zu einem steigenden Bildungsniveau der Bevölkerung. Produkte, Dienstleistungen, aber auch Entscheidungen von Organisationen und Individuen beruhen heute in hohem Maße auf wissenschaftsbasiertem und über tertiäre Bildung vermitteltem Wissen (vgl. Wissenschaftsrat, Positionspapier 2014). Entsprechend stellt eine leistungsstarke, mit empirischen Forschungsmethoden arbeitende und theoretisch inspirierte Wissenschafts- und Hochschulforschung eine unverzichtbare Voraussetzung dafür dar, dass die für das Handeln von Wissenschaftspolitik und -management benötigten validen Informationen und Analysen vorliegen. 


Über den BMBF-Förderschwerpunkt

Was zeichnet die Wissenschafts- und Hochschulforschung aus?

Die Wissenschafts- und Hochschulforschung untersucht Voraussetzungen, Strukturen und Leistungsprozesse von Forschung und tertiärer Bildung sowie damit zusammenhängende Aktivitäten (Förderung des Studienerfolges und des wissenschaftlichen Nachwuchses, Förderung der „third mission“ usw.). Sie reflektiert und verortet darüber hinaus allgemeine Entwicklungen im Wissenschaftssystem – allen voran in den Hochschulen als dessen „Gravitationszentren“.

Es handelt sich um ein interdisziplinäres, anwendungsorientiertes Forschungsfeld, in dem Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie deren Akteure und gesellschaftliche (Wechsel-) Wirkungen wissenschaftlich untersucht werden. Der Fokus liegt einerseits auf dem Forschungssystem, seiner Organisation, seiner spezifischen Leistungsprozesse und Normen; andererseits wird die Hochschullehre – insbesondere  die Gestaltung der Lehr-Lern-Prozesse, die Studieninhalte sowie die mit der Lehre verbundenen Governancestrukturen – ins Blickfeld genommen.


Welche Themen prägen das Forschungsfeld?

Die zentralen Untersuchungsgegenstände spiegeln die Aufgabenvielfalt des Wissenschaftssystems wider. Das Teilgebiet der Hochschulforschung hat in Deutschland seinen Schwerpunkt traditionell auf den Bereich Lehre gelegt und weist dementsprechend gemeinsame Themen mit der klassischen – eher schulorientierten – Bildungsforschung auf. Mit Themen wie der „Internationalisierung“ oder dem „Bologna-Prozess“ werden aber auch andere Akzente gesetzt. Das Teilgebiet der Wissenschaftsforschung, in dessen Mittelpunkt traditionell eher der Bereich der Forschung steht, weist eine besondere Nähe zur Technik- und Innovationsforschung, den Science and Technology Studies sowie der Wissenssoziologie auf.


Was genau wird vom BMBF gefördert?

In diesem Förderschwerpunkt fördert das BMBF vornehmlich FuE-Projekte, die im Rahmen von regelmäßig veröffentlichten und themenspezifischen Förderangeboten („Förderrichtlinien“) eingereicht werden können.

Die Auswahl der zu fördernden Projekte erfolgt jeweils auf der Basis eines Begutachtungsprozesses, in den einschlägige Wissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit einbezogen werden.

Seit der Etablierung dieses Förderschwerpunktes wurden bereits drei Förderlinien abgeschlossen:

Aktuell werden Vorhaben zu den folgenden Förderlinien unterstützt:

Im Mai 2017 wurde eine weitere Förderlinie veröffentlicht:

 


Welches Ziel verbindet das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit der Forschungsförderung?

Mit dem kontinuierlich gestiegenen Stellenwert dieses gesellschaftlichen Teilbereichs für entwickelte Industrienationen, aber auch im Kontext der in den letzten Jahren umgesetzten erheblichen Modernisierungs- und Reformmaßnahmen sind Forschungseinrichtungen und Hochschulen als Untersuchungsobjekte verstärkt in den Fokus des wissenschaftlichen Interesses gerückt. Gleichermaßen ist der Bedarf nach zuverlässigem Wissen über die Veränderungsprozesse im Wissenschaftssystem und deren Wirkungen seitens Politik und Praxis stark angestiegen. Dennoch ist die Forschungslage, gemessen an den Informationsbedarfen und Fragestellungen von Politik und Wissenschaft, noch unzureichend. Entscheidungen und Handlungen von Wissenschaftsmanagement und –politik sind auch deshalb noch zu häufig an vorwissenschaftlichen Meinungen und zu selten an wissenschaftsbasierten Erkenntnissen orientiert. Die institutionelle Verankerung durch Professuren und Institute, die inhaltliche Vernetzung zwischen den beiden Teilgebieten Hochschul- und Wissenschaftsforschung sowie die Ansätze zum Ergebnistransfer sind noch unzureichend. Durch die Projektförderung des BMBF soll dazu beigetragen werden, diese Defizite zu überwinden bzw. diese Schwächen zu kompensieren.